Die Qual der Wahl – Packliste für die Highlands

Eigentlich habe ich ja angenommen, nach dem ersten Backpacking-Abenteuer packt sich der Rucksack so gut wie von selbst und es steht von Anfang an fest, was getrost auf dem Dachboden versauern und was mit auf die große Reise darf. Weit gefehlt! Die gleiche Leier geht wieder von vorne los. Das ist aber auch kein Wunder, denn diesmal habe ich mir nicht nur eine kühlere Jahreszeit ausgesucht, sondern auch einen Landstrich, dessen Wetterbedingungen kaum vorhersehbar sind. Und während sich mein Engländer über Nacht zm Outdoor-Spezialisten mausert und sich durch hunderte Expertenvideos klickt, raufe ich mir die Locken noch vor Ratlosigkeit. Doch gemeinsam schmieden wir uns einen Schlachtplan und siehe da, meine alte Pennine-Way-Packliste lässt sich prima ergänzen und ummodeln, sodass daraus prompt eine wasserdichte West Highland Way-Packliste wird. Im Grunde hätte ich die Klamüsen aus dem Discounter-Outdoorshop nochmal aufgetragen, aber mein Engländer lässt sich nicht lumpen, schlüpft in seine Spendierhosen und besorgt nicht nur sich, sondern auch mir gleich eine High-Tech-Wander-Palette aus feinstem Zwirn. Das Ergebnis sieht so aus:


Meine Packliste:

Kleidung

  • 1 x wasserfeste, atmungsaktive Neoshell-Jacke
  • 1 x Daunenjacke
  • 1 x Fleecepullover
  • 1 x wasserabweisende Funktionsleggings
  • 1 x wasserfeste Überhose
  • 1 x Hose zum Wechseln mit abnehmbarer Unterbeinpartie
  • 2 x kurzärmlige Funktionsshirts
  • 2 x langärmlige Base-Layer (Merinowolle hält super warm und bleibt recht lange geruchsneutral)
  • 3 x Unterwäsche
  • 2 x Hiking-Socken
  • 2 x dünne Socken
  • 1 x Mütze
  • 1 x Stirnband
  • 1 x Badelatschen
  • 1 x Gamaschen
  • 1 x Handschuhe

Ausrüstung

  • 65 + 10 Liter Trekking-Rucksack (z. Bsp. Sherpa 65 + 10)
  • Zweipersonenzelt (z. Bsp. das Regatta Halin 2)
  • Feuerzeug, Anzünder fürs Lagerfeuer
  • Schlafsack (z. Bsp. Andes Nevado 400 XL 4-Jahreszeiten Mumienschlafsack)
  • selbstaufblasbare Isomatte
  • Wanderführer, Karte (mit wasserdichter Tasche) und Kompass
  • Multitool
  • Pfeife für den Notfall
  • Müllsäcke, Zipbeutel, Dry-Bags je nach Bedarf
  • Trekking-Stöcke
  • Stirnlampe für den nächtlichen Toilettengang

Nahrung

  • 2-Liter-Trinksystem
  • Campingkocher plus 2 x Gaspatronen, Kochgeschirr und Besteck sowie Alufolie als Windschutz
  • Porridge fürs Frühstück
  • Riegel, Nüsse, Snacks
  • kleine Flasche Saft
  • Outdoor-Nahrung für den Start (Wayfayrer ist zwar etwas schwerer, aber besonders lecker kalt oder warm, finde ich)

Kosmetik und Apotheke

  • Outdoor-Reise-Handtuch, schnell trocknend
  • Fußcreme (sehr zu empfehlen ist die Gehwohl-Fußcreme von der Firma Gerlach)
  • Reisezahnbürste und kleine Tube Zahncreme
  • Creme, Shampoo, Seife optional in kleinen Tiegelchen (Flugzeugbehälter)
  • Notapotheke (Pflaster, Bandage, Paracetamol, Pinzette, Wundspray, Magnesium)
  • Toilettenpapier plus Handdesinfektion, Schaufel

Elektronik

  • Handy (inkl. Hülle) plus Ladekabel
  • Solarladestation
  • Ersatzakku
  • Outdoorkamera plus Zubehör
  • Ersatzbatterien

Sonstiges

  • Bargeld (davon ausreichend mitnehmen, da es kaum Geldautomaten gibt, am besten einen Teil am Körper tragen und einen Teil im Rucksack)
  • eventuell Kreditkarte
  • Zettel mit wichtigen Telefonnummern, falls die Technik versagt

Noch mehr England-Lektüre gefällig? Dann lege ich dir mein neues Buch ans Herz: „Kopflos auf dem Pennine Way – Eine Berlinerin in der englischen Wildnis“. Als E-Book, Hardcover oder Taschenbuch hier erhältlich:

„Kopflos auf dem Pennine Way – Eine Berlinerin in der englischen Wildnis“

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2 Gedanken zu “Die Qual der Wahl – Packliste für die Highlands

  1. Hallo Steffi,

    wie schwer war dein Rucksack dann?
    Welche Base Layer aus Merino hast du?

    Wollen im Mai den West Highland Way angehen und suchen noch Einsparmöglichkeiten 🙂

    LG Stefanie

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Stefanie,
      ich freue mich, dass ihr den West Highland Way in Angriff nehmen wollt. Ihr werdet es nicht bereuen :). Der Mai ist, denke ich, auch eine gute Wahl. Wir sind damals Anfang April losmarschiert und nachts fielen die Temperaturen noch sehr weit ab. Es war unglaublich kalt und schließlich kamen wir mitten in einen Schneesturm. Im Mai sollte das Wetter aber schon stabiler sein. Mein Rucksack wog ca. 10 Kilogramm, aber da ich mit meinem Mann unterwegs war, konnten wir uns die Sachen ganz gut aufteilen. Das Schwerste waren bei mir immer Schlafsack und Zelt und natürlich Wasser (da wir zwischendurch wild gecampt haben brauchten wir natürlich etwas mehr davon). Wäre ich allein losgezogen, wären es sicher etwa 15 Kilo geworden. Ich hatte meine Merino Base-Layer aus einem örtlichen Outdoorladen. Ich glaube, das waren eher no-name Produkte, aber eben 100 Prozent Merino. Diese Wolle ist wirklich toll, hält warm und bleibt lange geruchsneutral, und sie ist ultraleicht dazu. Ich hoffe, das hilft euch etwas weiter. Ich bin natürlich keine Expertin, ich kann dir nur sagen, was bei mir ganz gut funktioniert hat. Ich empfand aber das Einsparen beim Gepäck immer am schwersten. Ich wünsche euch eine ganz tolle Zeit auf dem WHW!

      Viele liebe Grüße
      Steffi

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