Der Tag der Abreise

Die Abreise oder wie mir das Nervenkostüm riss

Es ist soweit, die Wohnung ist bis auf einige wenige Überbleibsel komplett leergeräumt, Familie und Freunde verabschiedet und alles Organisatorische erledigt. Ich gebe zu, es war nicht leicht, die Tränchen zu verschmerzen, die da aus dem einen oder anderen Auge geflossen sind. Und trotzdem ist die Grundstimmung eher positiv. “Das machst du genau richtig”, hörte ich da, oder: “Finde es einfach raus. Was kann schon passieren?”
Und genau so ist es letztendlich auch. Was kann schon passieren. Ich bin mir so sicher, wie nie zuvor, dass alles gut und wundervoll werden wird. Und doch bin ich wahnsinnig aufgeregt, weiß kaum wohin mit meinen flattrigen Nerven, als mein Engländer mir freudig berichtet, dass er am Freitag nach Berlin fliegt, um uns abzuholen. Nachdem wochenlang nicht wirklich sicher war, wann die Schlüsselübergabe für das Haus über die Bühne gehen wird und wie alles vonstattengeht, habe ich mich mit einer Spontanaktion praktisch abgefunden und kann gut damit leben, dass diesmal keine wochenlangen Vorabplanungen anstehen. Also lebe ich die letzten Tage immer abrufbereit, sitze praktisch schon auf gepackten Koffern und warte sehnsüchtig auf die alles entscheidende “Es geht los!”-Nachricht. Und die trifft dann circa drei Tage vorher ein. Von da an verliere ich sämtliche Beherrschung, wusele wie ein aufgeschrecktes Kaninchen umher. Mir ist wahnsinnig übel, mein Magen dreht sich in Dauerkreisen um die eigene Achse. Mein Gott, ich verlasse Deutschland und dieses Leben jetzt tatsächlich, lasse alles hinter mir und stürze mich in die Fluten, die mir das Leben mit aller Wucht herangespült hat. Ich weiß nicht, ob ich je vor einer Prüfung so ein Nervenbündel gewesen bin.

Jetzt muss ich mir doch ein paar Zettelchen schreiben, um noch ein paar Notwendigkeiten zu besorgen. Ich versuche mich irgendwie ruhigzustellen, schlucke Lavendeltabletten, gönne mir einen großzügigen Schluck Rum und häkele erst einmal wärmende Schals für die Zurückgebliebenen, während von meinem Laptop ein englischer BBC-Historienschinken flimmert. Und so vergehen die drei letzten Tage in Windeseile, die ultimativ letzten Stunden in meiner Heimatstadt.

Dann rückt der Freitag ins Land und ich nehme meinen Freund das letzte Mal unter diesen Umständen am Flughafen Schönefeld in Empfang.Als ich sein liebes Gesicht erblicke, fahren Körper und Geist schlagartig in den Ruhemodus. Die Aufregung weicht einem wohligen Glücksgefühl. Den Abend lassen wir englischer Sitte getreu chillig beim Inder um die Ecke ausklingen. Die in einer 24-Stunden-Marinade gegrillten Hühnchen und das knusprige Brot dampfen herrlich und schmecken köstlich. Sollte mal jemand aus unerfindlichen Gründen mit knurrendem Magen in Oberschöneweide hängenbleiben, dann empfehle ich das Masala II definitiv.

Zu Hause angelangt heißt es, bei einem kleinen belgischen Jupiler die restlichen Sachen zusammenpacken. Dafür stehen ein großer und ein kleiner Trolley zur Verfügung. Angesichts des zuvor aufgeschaufelten Berges an Klamotten, Schuhen, Backförmchen und Kosmetik muss dann doch einiges weichen. Also fliegt sämtlicher Krimskrams wieder raus.Dann wird alles verschnürt und mit brachialer Gewalt zugeklemmt. Fertig.

Das Taxi ist für 7.30 Uhr bestellt. Also stelle ich den Wecker auf 5.30 Uhr. Doch diese besondere Nacht gönnt mir keine Ruhe. Wir finden kaum Schlaf, da reißt uns der unpassend fröhliche Smartphonewecksound aus unseren Träumen. Während mein schläfriger Engländer noch ein Stündchen weiterschlummert, wackele ich ins Bad und erledge, was eben erledigt werden muss. Dann heißt es, den Katzen die Beruhigungspillen verpassen und rein in die Transportbox.

Wie erwartet gestaltet sich das Ganze ziemlich stressbeladen, was jedoch weniger an den völlig verunsicherten Tierchen und mehr an der aufgeregt hantierenden Besitzerin liegt. Notdürftig versuche ich die halbierten Diazepam in die Lieblingssnacks zu pressen. Doch da meine Hand inzwischen den Geruch der bitteren Pillen angenommen hat, wollen die Kleinen daraus nicht fressen. Also versuche ich sie irgendwie in ihre Mäuler zu pressen, was natürlich katzengetreu zu noch wilderen Protesthaltungen führt. Minutenlang treiben wir das Spielchen, bis die Tabletten fast aufgeweicht und ich angesichts der fortgeschrittenen Stunde der Verzweiflung nahe bin. Ein Blick ins Bad zeigt mir, dass mein genügsamer Engländer von all dem nichts mitbekommt. Ganz entspannt hat er sich eine halbe Stunde vor Abflug noch ein schaumiges Bad eingelassen und schwelgt darin vollkommen zeitlos. Das bringt mich auf den Boden der Tatsachen zurück und ringt mir ein Lächeln ab. Ich bewundere diese unberührte Gelassenheit und vergesse für einen Augenblick, dass ich gerade noch etwas Wichtiges zu erledigen habe.
Dann ändere ich meine Taktik, schmeiße die fischigen Snacks lustlos auf den Boden und siehe da, die Kätzchen schmatzen alles restlos, samt medizinischem Inlay hinfort. Puh!

Mein Engländer ist inzwischen aufgetaucht und so gut wie abmarschbereit. Ich bin froh, dass ich so einen Ruhepol an meiner Seite weiß, denn uns bleiben nur noch circa zehn Minuten, bevor das Taxi vorfährt, aber der schwerste Part liegt ja noch vor uns. Die Tierchen müssen irgendwie in die Transportboxen verfrachtet werden. Als der erste Versuch, eine der Katzen durch den Fronteingang zu schieben, fehlschlägt, reißt mir der Geduldsfaden und ich laufe wimmernd im Flur auf und ab. “Wir schaffen das nie!”, jammere ich immer wieder aufs Neue. Mein zweckorientierter Nordländer aber lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, witzelt frech über mein Verhalten und verstaut nacheinander Katze um Katze in den frisch erworbenen Plastikboxen. Ich schäme mich etwas ob meines kindischen Ausfalls und wage einen prüfenden Blick auf die Uhr. Zwei Minuten. Okay, dann mal los. Mein Herz pocht wild und unberechenbar, alles in mir tobt und paart sich mit einem seltsamen Mix aus Vorfreude und Zweifeln angesichts der langen Reise, die jetzt vor uns liegt.

Der Taxifahrer erwartet uns schon mit ungeduldiger Mine und wir wuchten das Reisegepäck in den Kofferraum. Die Transportboxen auf dem Schoß sausen wir Richtung Hauptbahnhof. Eine geschlagene halbe Stunde dauert die Fahrt durch die langsam erwachende Stadt. Dann erreichen wir mit müden Gesichtern das Bahnhofsgebäude, werfen 40 Euro in die Taxikasse und stürmen Rolltreppe um Rolltreppe zum Gleis. Die vorbeieilenden Passanten tun so, als hätten sie noch nie im Leben eine Katze gesehen und kommentieren das Gesehene lauthals und völlig ungeniert. “Oh guck mal, guck mal, ne Katze!”, schallt es da durch die Bahnhofshallen. Ich bin genervt von so viel unverblümter Idiotie. Wir haben noch eine gute halbe Stunde Zeit. In weiser Voraussicht habe ich ein geschlossenes Abteil gebucht und vier Plätze reserviert. 20141122_080452Im Grunde hätte ich auch gleich das ganze Abteil buchen können, aber das erschien mir dann doch etwas zu übertrieben. Man stelle sich nur einen völlig überfüllten Zug vor, in dem sich die Zugestiegenen die zorngeröteten Nasen an unserer Scheibe plattdrückten und nicht begriffen, warum zwei kleine Menschen mit zwei kleinen Katzen nun unbedingt sechs Plätze blockieren mussten. Gut, wir hätten ganz gelassen die Gardine zuziehen können. Nach uns die Sintflut sozusagen. Aber wir sind blöderweise höfliche Menschen und benehmen uns entsprechend.

Eine Zugfahrt, die ist lustig

Wagen 10 befindet sich im hinteren Bereich. Als der Zug mit blechernem Kreischen einfährt, steigt wieder Unbehagen in mir auf. Doch wir finden unsere Plätze auf Anhieb, verstauen die Koffer mit Müh und Not in der Gepäckablage über uns und platzieren die völlig verunsicherten Kätzchen neben uns. Ich versuche, ihnen gut zuzureden, ein paar Streicheleinheiten zu verteilen. Dann hoffe ich noch, dass mein Sitznachbar keine allergischen Reaktionen ausbrütet. Doch der bleibt völlig gelassen in seinem Sitz und motzt nicht rum.

Als der Zug anfährt, steigt mir plötzlich modriger Geruch in die Nase und ich erinnere mich an die Baldriankuschelkissen, die ich zur Wohlfühlstimmung in die Boxen gelegt hatte. Um die kleine Kabine und meinen Sitznachbarn nicht in unerträgliche Dämpfe zu hüllen, entscheide ich mich, die völlig unnützen Gimmicks in den Müll zu befördern. Von der miesepetrig dreinblickenden Servicedame, die samt verunsichertem Lakai mit einem Getränke- und Snackwagen an der Kabine gerade vorbeirauschen will, verlange ich tatsächlich zwei Kaffees mit Milch und Zucker. Das bringt die Dame völlig aus der Räson. An ihrer ungehaltenen Mimik kann ich ablesen, dass ihr das irgendwie nicht ganz so genehm zu sein scheint. Was solls, wir lehnen uns zurück und genießen das von der Deutschen Bahn so liebevoll aufgewärmte Gebräu.

Aus der Nachbarkabine hinter uns dringt ausgelassenes Gelächter. Ich lausche dem fröhlichen Stimmengewirr und erhasche einen Alte-Herren-Witz, der so einfach und dabei so komisch ist, dass ich notgedrungen kichern muss:

“Du siehst aber gut aus mit der neuen Brille.”
“Ich habe keine neue Brille.”
“Aber ich.”

Herrlich!

Obwohl wir weder lesen, noch schlafen oder sonst einer Beschäftigung nachgehen vergeht Stunde um Stunde wie im Flug. Und schwupps erreichen wir die holländische Grenze. 20141122_123409Hier hat der Niederländer, ob zur Abschreckung oder zum Zeitvertreib eine ganze Kolonne Militärfahrzeuge aufgebahrt, die wie gut polierte Spielzeugpanzer im Sonnenlicht glänzen. Als der Lokwechsel erfolgt und das neue Personal an Board gelangt ist, tuckert die Bahn weiter Richtung Amsterdam.

Unser Abteilgenosse ist inzwischen ausgewechselt worden. Nun hat ein englischsprachiger, nordisch aussehender Rotbart mit freundlichem Lächeln die Fensterfront eingenommen und klappert fleißig auf seinem Macbook herum. Er sieht aus wie einer dieser Berliner Hipster-Spotify-Junkies, wirkt aber zu natürlich, um wirklich einer zu sein. Irgendwer hat das Bahn-WC außer Gefecht gesetzt, denn die Anzeige steht seit Stunden auf dauerbesetzt. Ich vermute die spaßigen Jungs aus dem Nachbarabteil, die die alte Herrenliga an der Grenze abgelöst haben, hinter dem Lausbubenstreich.

Nun passiert eine deutlich aufgeschlossenere niederländische Servicekraft das Abteil und bietet allerlei Erfrischungen feil. Da der Oberschaffner im Zug jede Ansage nebst seiner Muttersprache und der englischen Zunge auch in reinstem Hochdeutsch formuliert hatte, gehe ich davon aus, dass man bei der niederländischen Bahn problemlos deutsch versteht, zumal, mal ganz ehrlich, beide Sprachen jetzt auch nicht so weit auseinanderliegen. Also schmettere ich der freundlichen Dame durstig und in reinstem Deutsch entgegen: “Eine Cola bitte.”
“Sorry?”, säuselt sie daraufhin unsicher zurück.
Okay, das war wohl zu ambitioniert.
“One coke please”, erwidere ich resigniert und komme mir vor wie ein Tourist am Ballermann.

In meiner übertrieben überpünktlichen Art bestehe ich darauf, dass wir samt Gepäck schon 20 Minuten vor Ankunft am Ausgang stehen. Immerhin haben wir in Amersfoort nur zwei Minuten Umsteigezeit zur Verfügung, um den Zug nach Rotterdam Centraal zu erwischen. Die womöglich Letzten in der Schlange zu sein, können wir uns schließlich nicht erlauben. Mein gelassener Engländer hält das für eine ziemlich unnötige Aktion, willigt aber handzahm ein.

Als wir die Koffer von der Gepäckablage befördern, stelle ich eine der Transportboxen kurzfristig neben den Rotbart. Der blickt mich zögerlich an, um dann schließlich zu offenbaren, dass er unter einer ausgeprägten Katzenallergie leidet und er daher dankbar wäre, wenn wir die Katze nicht direkt neben ihm platzieren würden. Meine Güte, wenn das mal kein Engländer war. Da saß der Typ brav mehrere Stunden bei geschlossener Schiebetür mit zwei Katzen in einem Abteil, dessen Fenster sich nicht öffnen ließen, und sagt keinen Ton. (Später erfahre ich, dass es kein Engländer sein konnte, da er sich nicht in Höflichkeitsfloskeln á la: „Wenn Sie bitte doch so freundlich wären und es Ihnen nichts ausmachen würde …“ erging, sondern einfach rauspadautzte: „Können Sie die Katze da wegnehmen?“) Jetzt wird mir klar, warum der Ärmste die ganze Zeit mit seiner triefenden Nase kämpfte. Wir entschuldigen uns vielmals für die Unannehmlichkeiten, die er mit einem freundlichen: “War gar nicht so schlimm wie sonst”, erwidert und verlassen peinlich berührt das Abteil.

Hier lungern wir dann 20 Minuten lang im Gang herum und versperren den durcheilenden Passanten mit unserem Gepäck permanent den Weg. Mein Engländer grinst nur spöttisch und veralbert mich mit bissigen Zoten. Und als der Zug dann hält, macht er der ganzen Aktion den Garaus, indem er sämtliche hinter uns Wartenden vorlässt. Wieder ereilt mich diese fassungslose Schockstarre, die mich irgendwo zwischen Nervenverlust und Perspektivenwechsel einfrieren lässt. Gerade als wir die letzte Stufe nehmen, rollt am Nachbargleis gegenüber das gewünschte Gefährt ein. Geschafft!

Angesichts fehlender Sitzplatzreservierung und nicht gerade leerem Zug steigt in mir wieder dieses unwohle Stressgefühl hoch. Doch dann findet sich alles und wir ergattern eine faire Sitzplatzgruppierung zwischen den Ausgängen. Diesmal ist mein Engländer ungehalten, irgendwie behagt es ihm nicht, dass wir da so potenziell im Ausgangsbereich herumsitzen und Aussteigende behindern, könnten. Also steht er, gentlemanlike am äußersten Rand des Türbereichs und verzichtet auf den gepolsterten Klappsitz. Mir ist das völlig wurscht. Wenn der Zug hält, kann ich immer noch Platz machen, aber jetzt sitze ich eben.

Neben uns haben sich zwei holländische Teenagermädels niedergelassen, die pausenlos pubertär in ihren kiecksigen Stimmchen kichern. Dann öffnet sich eine der Verbindungstüren zwischen den Abteilen und gibt eine fröhlich tänzelnde Asiatin frei, die wie aus einem Mangacomic entschlüpft, in einem um den Bauch gebundenen Körbchen Snacks und Getränke anpreist. Ich bin so entzückt von dieser unwirklichen Gestalt, dass ich glatt meinen Kaffeedurst vergesse. Mein Engländer fragt gar nicht erst, ob ich durstig bin, sondern lehnt gleich einmal für alle Beteiligten ab.

Wir halten in Gouda und ich freue mich wie ein kleines Kind, dass ich die berühmte Käsestadt passiere. Ich gestikuliere wild und verliere mich in englischen Phrasen. “Kenne ich nicht”, schüttelt mein Inselbewohner energisch den Kopf. Wie bitte? Ungläubig und beinah geschockt sinke ich in meinen Plüschsitz zurück. Nach einer knappen Stunde rollt die blau-gelbe Bummelbahn im Bahnhof von Rotterdam ein. Ich bin erleichtert. Die ersten Hürden liegen hinter uns und ich freue mich auf die Annehmlichkeiten der Fährverschiffung. Doch bis zum Hafen ist es ein langer Weg.

Vom Los der Rotterdamer Taxifahrer

Im Internet las ich, dass eine Fahrt mit dem Taxi schlappe 90 Euro auf die Goldwaage bringt. Doch mit öffentlichen Verkehrsmitteln will ich angesichts unserer lebenden Fracht nicht das Schicksal unnötig herausfordern. Vergeblich suchen wir nach dem Taxizeichen am Bahnhofsausgang. Also entscheide ich mich, eine der netten uniformierten Bahnhofsbeamtinnen anzusprechen, die im Gebäude auf und ab stolzieren. Der erste Versuch geht ziemlich in die Hose. “Oh, ich bin heute das erste Mal seit 10 Monaten wieder im Dienst. Ich weiß im Grunde nicht viel. Aber vielleicht fragen Sie einfach die Damen da vorn. Die wissen bestimmt Bescheid.”

Mein Blick fällt prompt auf ein gemächlich durch die Empfangshalle schlenderndes Träubchen von vier oder fünf wohlgenährten Bahnmitarbeiterinnen, die so sehr in ihr Gespräch vertieft zu sein scheinen, dass es mir eigentlich unmöglich ist, mich dazwischenzudrängeln. Doch die Reise muss weitergehen und so nähere ich mich der eingeschworenen Gemeinschaft mit einem schüchternden “Excuse me”. Sofort hält die Traube inne und starrt mich mit erstauntem, aber wohlwillendem Blick an.
“Wo kann ich die Taxis finden?”
“Ah, am Besten gehen sie immer geradeaus, bis zum Ende des Bahnhofs. Dort müssten Taxis bereitstehen.”

Als ich dem ausgestreckten Arm der drallen Blondine folge, sacke ich etwas in mich zusammen. Das sind mindestens 200, 300 Meter. Ich verliere die Reiselust, bedanke mich und laufe meinem Begleiter, die Neuigkeiten eifrig vor mich hinplappernd, entgegen. Und was macht er. Nimmt seinen Teil des Gepäcks, dreht sich in genau die andere Richtung, nämlich zum Ausgang, der nur etwa 10 Schritte von uns entfernt liegt und verkündet: “Die Taxis sind hier. Oder nicht?”

Und da sehe ich es auch. Direkt vor der Tür warten mehrere Vehikel eifrig auf Kundschaft. Also das war ja nicht zu fassen. Wer hatte eigentliche diese Bahnbeamten eingestellt und zu welchem Zweck, frage ich mich, während wir Kätzchen und Köfferchen Richtung Freiheit bugsieren. Kaum sind wir auf die Straße getreten, klappt die erste Fahrertür auf. Ein fremdländisch aussehender Fahrer nimmt sich unserer Trolleys an und verfrachtet sie eifrig im Kofferraum. Dann wirft er einen Blick auf die Transportboxen und nun bin ich mir nicht mehr so sicher, ob er das wirklich so sagte, oder es nur so klang als ob, weil ihm beim Blick auf die Katzen die Fassung entglitt:
“I will not transport these beasts.”

Mein Engländer versucht noch, den völlig aufgebrachten Mann zu beruhigen und ihm zu erklären, dass wir die Katzen auf den Schoß nehmen und sie keineswegs seine Sitze beschmutzen werden. Doch der Taxist bleibt stur, stellt unsere Koffer wieder auf die Straße und überlässt uns unserem Schicksal. Ich bin den Tränen nahe. Jetzt sind wir nach 8 Stunden ohne größere Komplikationen endlich in Rotterdam angelangt, und niemand bringt uns zum Hafen. Das ist doch vollkommen absurd.

Doch da sehe ich, wie mein optimistischer Engländer schon auf einen anderen Taxifahrer einredet. Der blickt ebenfalls skeptisch auf unser Gepäck, erklärt sich schließlich aber murrend bereit, uns zum Hafen zu bringen, wenn die Katzen im Kofferraum bleiben. Als er uns fragt, wohin die Reise geht, wird sein Blick plötzlich munterer und er setzt fröhlich plappernd den Motor in Gang. Als er die Schüssel in Bewegung setzt, grinst er seinem zurückbleibenden Kollegen spöttisch ins Gesicht. Dann faselt er irgendwas von Gottes Strafe und schlechtem Benehmen. Sein Englisch ist ziemlich gut. Als er erfährt, dass ich aus Deutschland komme, fallen ihm lauter unnütze Sprüche ein, die er lauthals und in einer Endlosschleife zum Besten gibt. Sein Lieblingssatz ist: “Eins, zwei, drei, Polizei.” Ich lache höflich, habe aber wenig Lust auf eine Unterhaltung. Ich bin froh, dass ich auf dem Rücksitz mitfahre und nicht direkt an den Gesprächen über das harte Los der Rotterdamer Taxifahrer beteiligt bin.

Dafür habe ich den Tachometer gut im Blick. Der rast und rast, als gäbe es kein Morgen mehr. Wir haben 120 Euro Bargeld dabei. Mir schwant, dass davon nicht viel übrigbleiben wird. Jetzt erfahren wir auch, warum uns der erste Fahrer so unwirsch abgelehnt hat.

“Der hat den Zettel an euren Koffern gesehen, vom Flughafen und dachte, es wäre nur eine innerstädtische Fahrt. Zum Flughafen ist es nicht weit. Hätte sich nicht gelohnt. Auch für mich ist das heute erst die zweite Fahrt und vermutlich die letzte. Damit liegt mein Tagesverdienst bei 7 Euro. Eine verfluchte Stadt ist das. Es gibt keine Arbeit mehr für uns. Also hat er das mit den Katzen einfach erfunden. Der hatte einfach keine Lust auf eine Fahrt, die nichts einbringt. So ist das.”
Der Tacho steigt weiter und ich werde langsam unruhig.

“Der Hafen ist einer der größten in Europa“, freut sich unser türkischstämmiger Chauffeur und ich ahne, dass die Ablegestelle vermutlich am äußersten Ende der Geschichte angesiedelt ist. Bei rund 95 Euro parkt der gute Mann dann endlich seine Kiste vor der Wartehalle der P&O Ferries. Mein Engländer gibt großzügig Trinkgeld, Euro braucht er ja nicht mehr, und wir schnuppern wieder Frischluft.
Mit der Fähre in ein neues Leben

Dann erblicke ich die Fähre, die uns nach England bringen wird und mir bleibt die Spucke weg. Das erste Mal in meinem Leben betrete ich den Rumpf eines für meine Verhältnisse wirklich gigantischen Schiffes.20141122_161915

Die Wartehalle ist so gut wie menschenleer. Das Boarding beginnt erst in einer knappen Stunde. Aber Einchecken ist zumindest schon möglich. Die freundliche Dame am Schalter prüft unsere Personalien, übergibt uns Boardkarten und Zimmerschlüssel. Dann zeige ich zum ersten Mal die königsblauen europäischen Heimtierpässe vor, die seit Beginn der Reise in meiner Tasche schlummern. Ein wenig fürchte ich mich, dass es nun heißen könnte: “Moment, hier fehlt aber was.” Oder: “Tut mir leid, die Katzen müssen hierbleiben.” Oder so was in der Art. Aber natürlich passiert nichts Dergleichen. Bevor es an Board geht, müssen wir uns noch eine knappe halbe Stunde gedulden. Dann erscheint ein sympathischer Bartträger, der wie ein typischer Kapitän, sprich wie Kapitän Iglo, aussieht und geleitet uns Richtung Schiff.

Auf allen Gängen stehen mehrere freundlich lächelnde Asiaten bereit, die dafür Sorge tragen, dass sich kein Gast in den verwinkelten Schiffskorridoren verirrt. Durch einen langen Tunnel, der mich an den Übergang zwischen Terminal und Flugzeug erinnert, erreichen wir die Hotellobby mit der Rezeption. Hier werden wir von weiterem fernöstlichem Personal in Empfang genommen, das neugierig in die Transportboxen schielt. Dann führt uns ein Herr in mariner Uniform durch ein enges Treppengeschoss in die zoologische Abteilung des Schiffes. Hier gelangen wir in einen Raum mit mehreren Zwingern. “Machen Sie in Ruhe. Sie können die Tiere auch zusammenlassen und die Boxen aufsperren”, lächelt uns der nette Herr entgegen und verlässt den Raum.

Ich bin erleichtert. Endlich können die armen Kleinen sich wenigstens ein bisschen die Beinchen vertreten und ihr Geschäft erledigen. Als wir gerade dabei sind, die metallenen Gittertüren zu öffnen, kommt der freundliche Holländer zurück und schlägt uns vor, die Kätzchen in einen anderen Raum zu verfrachten, da ihm zu Ohren gekommen sei, dass noch mehrere Hunde hier untergebracht werden müssten. Das sei für die Tierchen nur zusätzlicher Stress, der sich somit vermeiden ließe. Ich bin ganz gerührt von so viel umsichtiger Fürsorge.

Im zweiten Raum scheinen die Zwinger sogar noch größer zu sein. Wir bekommen alle Zeit der Welt, um es den beiden so gemütlich wie möglich herzurichten, Futter und Wasser bereitzustellen. Dann heißt es Abschiednehmen für eine Nacht. Ich fühle mich schrecklich und doch erleichtert zugleich. Das Personal verspricht, auf seinen Rundgängen alle 2 Stunden nach dem Rechten zu sehen. Damit kann ich leben. Also beginnen wir unseren Aufstieg und begeben uns auf die Suche nach unserer Kabine. Die schmalen Korridore ziehen sich in unendlichen Bahnen durch den Schiffsrumpf. An jeder Ecke steht ein hilfsbereiter Lotse bereit, der darauf getrimmt ist, hilfslose Gesichter auf Anhieb auszumachen. Dank meines orientierungsweiseren Engländers finden wir unsere Kabine recht schnell. Doch der Zugang bleibt verwehrt.

Etwa zehn Minuten lang versuchen wir mit der Bordkarte vergeblich die Tür zu öffnen. Das Lämpchen leuchtet einfach nicht grün auf. Dann nähert sich einer der verschmitzt dreinblickenden Schiffslotsen. Wir erklären ihm, dass die Karte wohl defekt ist. Jedenfalls lässt sich die Tür damit nicht öffnen. Mit einem spöttischen Lächeln betrachtet der Angesprochene die Bordkarte und spricht in ruhigem Ton zu uns: “Das ist eine Bordkarte. Damit lässt sich keine Tür öffnen. Sie haben einen Schlüssel bekommen.”
“Nein, haben wir nicht”, behaupte ich felsenfest.
“Doch, das haben sie”, antwortet der Lotse mit einem kecken Grinsen auf den Lippen.

Dann fällt es mir wie Schuppen von den Augen und ich bin peinlich berührt. Na klar, beim Wort „Schlüssel“ denke ich natürlich an das herkömmliche Metallinstrument und nicht an eine papierne Karte mit einem kaum zu übersehenen Schlüsselsymbol darauf. Die steckte nämlich gut verstaut in meinem Portemonnaie. Ups. Das bringt mir auf dem “That doesn’t surprise me”- Konto meines Engländers wieder humorige Extrapunkte ein.

Die kleine Doppelstockbett-Standardkabine ist wirklich winzig und nur mit dem Allernötigsten ausgestattet. Sie erinnert mich stark an die fensterlosen, beengten Unterkünfte in einem historischen U-Boot, das ich mal auf Rügen gesehen habe. Aber immerhin ist ein eigenes kleines Bad mit Dusche mit im Programm. Die Klospülung lässt zwar mit ohrenbetäubenden Höllenlärm sämtliche instinktiven Alarmglocken schrillen, aber ansonsten kann man sich nicht beklagen. Gut, die Wände sind ziemlich hellhörig. Man hört sogar im Flüsterton noch jedes Wort klar und deutlich. Im Grunde hätte man sich die Wände sparen können und die Passagierbetten auch gleich hospitalartig nebeneinander platzieren können. Aber für die paar Stündchen ist das kein Drama und angesichts des ausgefeilten Vergnügungsprogramms kann man sich die Nacht auch ganz gut anders um die Ohren schlagen.

IMG-20141123-WA0004Nach einem köstlichen, überteuerten Kaffee mit vorweihnachtlichem Lebkuchengeschmack und ein paar wenig mundenden Eiersandwiches, stürzen wir uns in das Nachtleben an Bord. In der Skylounge im obersten Deck hat sich für 20 Uhr ein Pianist angekündigt. Hier ist alles schon weihnachtlich geschmückt. Am Tannenbaum funkeln pupurne Kugeln und bunte Lichterketten tauchen den Saal in ein besinnliches Licht. Wir liegen immer noch im Hafen von Rotterdam und bestellen unsere ersten Drinks. Für meinen Engländer ein Bierchen und für mich einen Strawberry WooWoo. Mit glücklicher Miene kuscheln wir uns auf die bequeme, wenn auch etwas altbackene Ecksitzgarnitur gleich hinter dem Piano, über das an der Decke ein künstlicher Sternenhimmel leuchtet. Dann erscheint der Pianist pünktlich auf die Minute. Er erinnert mich stark an den Sänger von REM und an noch irgendwen, der mir aber nicht einfallen will. Mit ruhigem Fingerschlag beginnt er sein Spiel und erfüllt den Raum mit mal bekannteren, mal unbekannteren Melodien.

Zu “Another day in paradise” legt die Fähre langsam ab. Wir knien auf den Polstern unserer Sitzgarnitur und beobachten die vorbeiziehenden Containerschiffe, die in weiß-goldenes Licht gehüllten Industrieanlagen und die im Tiefschlaf ruhenden Lastkräne. Langsam lassen wir das Festland hinter uns zurück und ich fühle, dass es keinen schöneren, eindrucksvolleren Abschied von der Heimat geben kann als diesen. Das langsame Hineingleiten in die unbekannte Weite der See, während rings herum alles Vergangene geborgen in Nacht und Dunkelheit zurückbleibt.

Wir haben inzwischen schon gut was weggeschnasselt und schunkeln im Takt der Klaviermusik, die inzwischen stimmlich begleitet wird. Nach fünf kleinen Jägermeistershots und mehreren Bierchen ist uns nach flotteren Klängen zumute. In einem der unteren Decks spielt eine Band auf einer winzigen Bühne modernes Repertoire an Popmusik. Dorthin zieht es uns. Die Tanzfläche ist gähnend leer. Die wahllos darum drapierten Sitzgruppen proppe voll. Da traut sich ein Mutiger nach vorn, traut sich, das Tanzbein zu schwingen. Zwei, drei Damen tun es ihm nach. Mein Engländer zögert noch. Hier hilft weder Zerren noch Ziehen. Den kriege ich nicht bewegt. Noch nicht. Mich halten keine zehn Pferde mehr. Mit wippenden Hüften stoße ich zu den Vortänzern hinzu. Dem Wagemutigen flüstere ich zu: “Du hast Mumm”, und verliere mich im Rhytmus der Musik. Dabei merke ich gar nicht, dass ich plötzlich völlig allein auf der Tanzfläche bin. Da taucht plötzlich mein Engländer neben mir auf und wir legen eine heiße Sohle aufs Parkett. Irgendwo schwant mir, dass uns gerade 200 Leute zuschauen, aber ich bin so von Glück und Überschwang beseelt, dass mir das nun auch völlig schnuppe ist. Nach ein paar flotten Liedern brauchen wir eine Auszeit und einen Drink.

Kaum haben wir die Tanzfläche freigegeben, taucht aus dem Scheinwerfernebel ein äußerst unterhaltsamer Zeitgenosse auf. Die Frisur ganz im Stil der späten 80iger mit lose zurückgebundener Wallemähne schlackert der Typ wie ein wildgewordener Schimpanse in der Manege herum. In manischen Wellenbewegungen schlängelt er seinen Körper auf und ab, verliert sich in wilden, unkonventionellen Moves. Die Massen sind begeistert. Alles jubelt und juchzt ihm ermutigend zu. Der Bewegungskünstler kennt kein Halten mehr, gönnt sich keine Pause. Und schon gesellt sich die erste Verehrerin zu ihm. Eine etwas mollige Mittfünfzigerin in dunklem Glitterpullover und kurzem rot gefärbtem Haar tänzelt verführerisch um den schlackernden Akteur herum. Sie muss einiges im Tee haben, denn als wäre das nicht genug, lupft die Dame plötzlich ihr Oberteil und gibt einen Schwabbelbauch und einen reichlich gefüllten BH frei. Ich frage mich ernsthaft, warum die Damen an ihrem Tisch sie nicht stoppen. Stattdessen schießen sie unentwegt Bilder der Peinlichkeiten. Ich fühle schon jetzt mit der äußerst bedüselten Stripperin und wage mir kaum vorzustellen, wie es ihr gehen mag, wenn sie am nächsten Morgen alles brühwarm erfährt. Ganz zu schweigen von der bloßen Möglichkeit, dass jemand diese unheilvollen Momentaufnahmen bei youtube und co verewigt hat. Auch mein Engländer bleibt von den romantischen Attacken der Bauchtänzerin nicht verschont. Hilflos wendet er mir flehende Blicke zu. Doch ich bin amüsiert und sehe keinen Handlungsbedarf.

Und so schunkelt der Abend dahin, bis wir todmüde in die Kissen sinken. Am nächsten Morgen reißt uns der kabineninterne Lautsprecher eine ganze Stunde vor unserem eigenen Wecker unsanft aus den Träumen. Auf Niederländisch, Englisch und Deutsch wird um sechs Uhr das Frühstücksbüffet eröffnet, dröhnt es da aus der Dunkelheit. Du meine Güte, da dreh ich mich lieber noch drei Mal um, anstatt mich mit verquollenen Augen im Bordrestaurant um die warmen Semmeln zu scheren. Und mal ehrlich, wer hat schon nach einer durchzechten Nacht Bock auf Frühstück um sechs Uhr in der Früh! Nee, danke. Als der Lautsprecher verstummt, znoozen wir noch mal weg und werden pünktlich um sieben abermals durch die freundliche Stimme aus den Boxen wachgerüttelt. Diesmal mit dem dezenten Hinweis, dass man in einer Stunde im Hafen von Hull anlegen werde. Mit bleiernen Lidern rappele ich mich auf und vollführe meine Morgentoilette. Meinen Engländer lasse ich noch ein Weilchen weiterschlummern. Dann wird es Zeit, in die Bar aufzubrechen, und uns zu den etwa 600 Passagieren zu gesellen, die alle darauf warten, von Bord zu gehen. Ich bin ein wenig verunsichert, weil ich nicht weiß, wann ich meine Tierchen in Empfang nehmen kann.

Stundenlang sitzen wir uns den Hintern im bordeigenen Casino breit, während sich müde Briten bäuchlings ringsherum auf den Teppichen lümmeln und ihr jäh unterbrochenes Nickerchen fortsetzen. Aufgrund irgendwelcher Schwierigkeiten kann unser Ausflugsdampfer nicht anlegen und wir müssen uns weiter gedulden. Mein Engländer ist fix und alle. Dennoch versucht er herauszufinden, wo wir die Kätzchen abholen können. Doch vergebens. Die Rezeption ist geschlossen und alle Zugänge mit Absperrband verriegelt. Hier hat sich alles einzureihen.

Schließlich stehen wir in der Schlange Richtung Ausgang. “Ich verlasse das Schiff nicht ohne meine Katzen”, versichere ich nun beinah wütend. Am Ausgang steht ein Asiate bereit, den ich sofort in Beschlag nehme. Als er hört, dass wir diejenigen sind, welche, erscheinen sofort drei freundlich dreinblickende Schiffsoffiziere, die uns zu den Zwingern durchwinken. Als wir dort ankommen, bin ich erleichtert, dass meine Kleinen am Leben sind. Sie wirken zwar etwas verstört und verängstigt, aber ich weiß, dass sich alles legt, wenn sie erst im neuen Heim angekommen sind. Und genauso ist es auch. Im Haus angelangt, dauert es nur einige wenige Tage, bis die Streuner unter der Treppe hervorkriechen und wieder ganz zuversichtlich sind. Und nun toben sie die Treppen rauf und runter munter durch alle Stockwerke, probieren jede Sitzgelegenheit, dekorieren fleißig alles nach ihren Wünschen um, vorzugsweise mit bunten Wollfäden aus meinen Handarbeitssachen. Von nachtragendem Charakter spüre ich überhaupt nichts.

Und so wird die anfangs unmöglich scheinende Reise zu einer der wertvollsten Erfahrungen meines Lebens, die mir die Angst vor dem Abschied und die Zweifel am Neubeginn genommen und alles mit einem eigentümlichen Zauber belegt hat.

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6 Gedanken zu “Der Tag der Abreise

  1. […] Dann überlegte ich weiter. Von Berlin aus könnten wir uns ein Auto mieten, damit nach Rotterdam fahren und es dort wieder abgeben. Circa 7 Stunden Fahrt, mit Päuschen vielleicht 8 bis 9. Aber irgendetwas gefiel mir daran noch nicht so recht. Was, wenn es sich auf der Strecke staut, unvorhersehbare Ereignisse eintreffen, die dazu führen, dass wir die Fähre verpassen, abgesehen von der langen Strecke, die ich als einzige Rechtsfahrerin allein bewältigen müsste? Und am Ende würde uns das ganze Vergnügen wohl auch ein paar Hunderter kosten. Nee, das war noch nicht das Richtige. Aus reiner Neugier rief ich die Seite der Deutschen Bahn auf. Im Grunde erwartete ich restlos überteuerte Tickets und unmögliche Verbindungen, aber nein, das Sparticket für den IC für schlappe 59 Euro pro Person strahlte mich an. Okay, ein Umstieg in Hannover war dabei, mit gerade einmal 4 Minuten Zwischenraum, aber da mehrere Züge fuhren, konnte man ja zur Sicherheit auch einen früheren nehmen. Das klang ziemlich gut, denn der Zug würde auch seine sechseinhalb Stunden benötigen. Für Katze und Mensch also kein Unterschied. Natürlich ist mir bewusst, dass es für die Kleinen alles andere als angenehm werden wird, aber die Aussicht auf ein großes Haus mit Garten und viel Freilauf in hübscher englischer Landschaft wird, denke ich, für alles entschädigen. Zur Fortsetzung hier entlang… […]

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  2. Hallöchen habe mir deinen Blog etwas durchgelesen und muss sagen ich bin schwerstens begeistert. Du schreibst wahnsinig gut und mitreißend, großes Kompliment 🙂
    Bin momentan 22 Jahre jung und plane nach meinem Studium ebenfalls ins Ausland zu gehen, aber natürlich nicht ohne meine Katzen. Vielen Dank das du deine Erfahrung teilst & die Idee mit dem Schiff ist einfach grandios. (Kann mir garnicht vorstellen meine Katzen in ein Flugzeug zu pferrchen, so ganz sich selbst überlassen 😿)
    Alles Gute weiterhin 👍🏻
    Muss mal deinen Blog weiter durchstöbern.

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    • Liebe Anna,
      vielen Dank für deine liebe Nachricht und die tollen Komplimente. Ich freue mich sehr darüber, dass dir mein Blog gefällt und du dich sogar entschieden hast, ihn zu abbonieren :). Planst du denn nach dem Studium nach Großbritannien zu gehen? Falls du da noch Infos brauchen solltest, melde dich gern bei mir. Ja, die Katzen allein im Flugzeug zu lassen kam für mich auch nicht infrage, obwohl auf der Fähre war es jetzt auch nicht wirklich stressfrei für die Kleinen, aber wie gesagt, sie haben es gut überstanden und sich super eingelebt. Ich wünsche dir jedenfalls viel Erfolg bei deinem Studium und auch deinen Kätzchen alles Liebe!

      Liebste Grüße
      Steffi

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      • Hallöchen,
        sorry für die späte antwort, hatte viel zu tun an der uni.
        absolut kein problem… man muss doch loben wenn einem etwas gefällt und dir als verfasserin macht das bestimmt auch freude.
        ich war bereits nach meiner matura 1 jahr in england als aupair im wunderschönen cornwall. ich war davor noch nie in england und war sofort verzaubet von den menschen, dem flair, der sprache, einfach alles. natürlich habe ich auch eine keine rundreise gemacht, welche sich bis nach schottland (edinburgh) gezogen hat. ich muss sagen edinburgh hat mir bei weitem am besten gefallen. also kurz und knapp ja, ich plane nach dem studium nach england zu gehen. allerdings wird es noch ein paar jährchen dauern 😅
        freu mich auf weitere beiträge (du beschreibst england genau so wie ich es im gedächnis/gespühr habe, falls das sinnmacht)
        grüße aus österreich

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  3. Hiya,
    erst vorgestern bin ich, zunächst noch ohne Katzis, mit der Fähre von Hull nach Rotterdam gefahren. Nach nur einer Woche in England, in der ich meine dort lebende Familie besucht habe, ziehe ich nun mehr als zuvor in Erwägung, dort hinzuziehen.
    Einer meiner ersten Gedanken dazu war, wie mache ich das mit den Katzen? So bin ich auf diesem Blog gelandet, und bin schon allein von der grandiosen Beschreibung der Überfahrt, die ich ja nun selbst gerade erst frisch im Repertoire meines Gedächtnisses habe, restlos begeistert! Welch grandioser Schreibstil, ich habe selten das Bedürfnis weiter und weiter zu lesen, aber dieser Blog hat es echt in sich.
    Das nur mal als kurze Anmerkung, jetzt muss ich weiterlesen!
    Vielen Dank und viele Grüße aus Deutschland
    SJ

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    • Liebe Sarah-Jane,

      vielen lieben Dank für deine Nachricht. Ich freue mich sehr darüber, dass dir mein Blog gefällt und du dich entschhieden hast, mir zu folgen :). Da hast du ja noch ein richtiges Abenteuer vor dir und ich hoffe sehr, dass du deine Katzen ohne große Probleme auf die Insel bringen kannst. Mit der Fähre war es zwar ein weiter Weg, aber alle haben es gut überstanden. Du kannst ja gerne mal davon berichten, wie du es gemacht hast, wenn es soweit ist. Bis dahin wünsche ich dir und deinen Kätzchen alles Gute!!!

      Viele liebe Grüße
      Steffi

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